„Wir möchten helfen, aber vor allem auch aufmerksam machen.“ – aixigos Spenden 2018

In Zeiten der Besinnlichkeit, aber auch im täglichen Alltag ist es wichtig auch an die Menschen zu denken, denen es nicht so gut geht, wie uns selbst.

aixigo Spenden 2018

Aus diesem Grund spendet aixigo regelmäßig einmal im Jahr an Projekte, die diesen Menschen helfen und neue Perspektiven bieten.

Neben der Hilfe in Form von Spendenbeträgen ist es uns von aixigo ebenfalls sehr wichtig, Aufmerksamkeit für diese Projekte zu schaffen. Aus diesem Grund berichten wir Jahr für Jahr an welche Organisationen wir spenden und Hilfe ermöglichen.

2018 fiel unsere Wahl auf gleich drei Projekte in der Region Aachen: Das Wohnhotel, das psychisch kranken Menschen wieder einen Weg aus der scheinbaren Aussichtslosigkeit zeigt; die Suchthilfe Aachen mit ihrem Projekt Querbeet, das den Süchtigen und Obdachlosen in den Städteregionen wieder einen Sinn im Leben und Akzeptanz in der Gesellschaft verschafft, und der Driescher Hof, der sich für Kinder und Jugendliche einsetzt, die kein schönes, soziales Umfeld erfahren.

aixigo war in den letzten Monaten bei den Einrichtungen vor Ort, um sich ein persönliches Bild der Arbeit zu machen und mehr Einblicke in die Projekte zu erhalten.

Nachfolgend haben wir zu allen drei Projekten mehr Informationen aufgeführt, um Ihnen einen umfänglichen Einblick in die Projekte zu geben und die Arbeit der Ehrenamtlichen, Arbeiter und Helfer mit Aufmerksamkeit wertzuschätzen.

 


 

Eine Einrichtung für junge Menschen, die neue Perspektiven schafft – Offene Tür D-Hof, Aachen.

Im Brennpunktstadtteil Driescher Hof in Aachen wächst inzwischen mehr als jedes dritte Kind in Armut auf. Damit liegt die Zahl der von Armut betroffenen Kinder im Driescher Hof (D-Hof) weit über dem Bundesdurchschnitt. In der Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen befinden sich sogar 89% aller in diesem Sozialraum lebenden Jugendlichen in Haushalten mit SGB II-Bezug. Aber auch andere Schwierigkeiten sorgen dafür, dass die Kinder und Jugendlichen keine gerechte Kindheit, Erziehung und Möglichkeiten erhalten – so wie es eigentlich sein sollte.

Von mittags bis abends, jeden Tag aufs Neue, ist der D-Hof seit 1981 Anlaufstelle für rund 300 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die Kernaufgabe besteht darin, Lebensbegleiter für junge Menschen zu sein. Sie finden hier ein zweites Zuhause, in dem sie Wertschätzung, Halt und Orientierung erleben. „Manchmal kommen die Kids hier her und sagen ‚Ich hab‘ Hunger!‘“, so Sandra Jansen, Leiterin D-Hof.

Wesentliche Ziele der Arbeit bestehen daher in Inklusion, verstanden als gesellschaftliches Konzept des Zusammenlebens in Vielfalt, im Abbau von Benachteiligung, in der Förderung von Resilienz und der Schaffung von Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben. Träger ist der Verein Kinder- und Jugendhilfe Driescher Hof e.V.

Durch viele bunte und kostenfreie Angebote leistet der D-Hof einen wichtigen Beitrag, um Benachteiligung abzubauen und gesellschaftliche Teilhabe für junge Menschen zu ermöglichen. Gemeinsam kochen – Bewusstsein stärken für gesunde Ernährung, Boxtraining zur Aggressionsbewältigung und Disziplin Erlernung, Theaterstücke und Videoprojekte mit gesellschaftlichen Themen – aber auch das „einfache“ Videospiele spielen, miteinander reden und austauschen findet im D-Hof statt.

Der D-Hof hat es sich daher zum Ziel gesetzt, den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (eine Altersspanne von 6-27 Jahren) ein zweites Zuhause zu bieten, in dem die Besucher sich zum Spielen, Sport, Lernen und Erzählen treffen. Auch verschiedene Projektarbeiten wurden ins Leben gerufen, um die Jugendlichen zu stabilisieren und alternative Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten – durch z.B. Kochkurse, Filmprojekte, Theaterstücke und Gartenarbeiten.

Adnan Serin, einer der heutigen Boxtrainer der Einrichtung, hatte selbst als Kind Hilfe durch den D-Hof erhalten: „Meine Geschwister und ich haben uns damals quasi auch alleine großgezogen – meine Eltern waren beide Vollzeit in je drei Schichtdiensten arbeiten. Wir waren viel allein und hatten daher auch viel mehr die Gefahr, auf Dummheiten zu kommen. Der D-Hof hat mir damals dabei geholfen, mich zu festigen und den richtigen Weg einzuschlagen“. Heute möchte Herr Serin das zurückgeben, was er damals selbst bekommen hat.
„Wir sehen uns als eine Art Lebensbegleiter. Wir treten den Kindern und Jugendlichen respektvoll gegenüber und nehmen sie ernst. Das wird von ihnen wahrgenommen und so geben sie es uns und anderen Mitmenschen auch zurück“, so Sandra Jansen.

Der D-Hof für Kinder und Jugendliche richtet sich mit Bildungs-, Freizeit-, und Hilfsangeboten an 6- bis 27-jährige. Diese werden an den drei Standorten Offene Tür D-Hof, OGS am Rödgerbach und OGS Driescher Hof umgesetzt.

aixigo freut sich, diese wertvolle Einrichtung und Hilfe mit einer Spende zu unterstützen – denn der Bedarf, sei es finanzieller Hinsicht wie auch in Manpower, ist zu jederzeit vorhanden.

Lesen Sie mehr über die Einrichtung:
http://www.d-hof.de
https://m.youtube.com/watch?v=QkXlbI3Wokg

 


 

Querbeet: soziale Ankunft durch Gartenpflege – Suchthilfe der Caritas.

aixigo ist es wichtig, Projekte zu unterstützen, die nicht so prominent in der Öffentlichkeit stehen, wie andere. Diese Projekte benötigen dringende Hilfe, da die Aufmerksamkeit in der Gesellschaft nur gering vorhanden ist. Wir sprachen mit der Caritas und erfuhren von „Querbeet“, einem Projekt der Einrichtung Troddwar am Kaiserplatz der Suchthilfe Aachen.

In monatlich stattfindenden Treffen kommen hier Süchtige wie auch Obdachlose in einem Kontakt-Café am Kaiserplatz zusammen und suchen Gespräche und Unterstützung. Bei diesen Treffen stellte sich vor ca. einem Jahr heraus, dass ein großes Problem der Betroffenen die Langeweile ist. Der Wunsch kam auf, nicht nur die bisher entrichteten, innerhalb der Troddwar-Einrichtung, Hilfsarbeiten auszuführen, sondern auch Arbeiten in direkter Umgebung zu übernehmen. Daraufhin entstand das Beschäftigungsprojekt „Querbeet“. Die Teilnehmer dieses Projekts führen Arbeiten an Grünflächen in der Stadt Aachen durch, erstellen Beete, übernehmen die Pflege. Der tiefere Sinn hinter dieser Aktion ist der soziale Aspekt. Im Normalfall macht ein jeder einen größeren Bogen um Obdachlose und Süchtige – Gespräche mit den betroffenen Personen kommen nicht zustande. „Ziel war es, den Aachener Bürgern zu zeigen, dass Drogenkonsumenten in der Lage sind, schöne Dinge wie Blumenbeete zu gestalten sowie Plätze der Aachener Öffentlichkeit zu reinigen und sauber zu halten“, Laurids Elsing vom Projekt Querbeet.

Durch das Tragen gelber Westen und die Arbeiten an den Grünflächen bleiben zeitweise Menschen stehen und sprechen mit den Betroffenen. Hierdurch erfahren diese Anerkennung und Wertschätzung, was wiederum das Selbstwertgefühl aufbaut, das Jahre, teils auch Jahrzehnte nicht mehr vorhanden gewesen ist. „Wir sind überzeugt, dass durch die sichtbare Teilnahme unserer Klienten am gesellschaftlichen Alltag und die Verantwortung gegenüber dem gemeinsam geteilten Lebensraum gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz auf beiden Seiten wachsen kann“, so Mark Krznaric, Einrichtungsleiter Troddwar.

Das Projekt hat zudem einen weiteren, finanziellen Aspekt für die Teilnehmer. Sie erhalten einen kleinen, symbolischen Stundenlohn in Höhe von 1,50 €, über dessen Umfang sie selbst entscheiden können: Je häufiger man teilnimmt, desto häufiger erhält man entsprechende Tagesgelder. Das finanzielle Bewusstsein wird somit eigenverantwortlich nahegebracht. Die Betroffenen erkennen dadurch den Sinn im Leben bzw. in ihrer Tätigkeit – das ist ein wichtiger erster Schritt aus dem eintönigen und langweiligen Alltag der Betroffenen.

„Mit der Aktivierung der Eigenverantwortung unserer Besucher wird die Bereitschaft gefördert, regelmäßig an Arbeits- und Beschäftigungsmaßnahmen teilzunehmen. Personen, die bisher nicht erreicht wurden, bietet sich so die Perspektive einer sinnvollen Beschäftigung“, David Berchtenbreiter, Streetworker.

„Querbeet“ steckt noch in den Anfängen und benötigt daher dringend Unterstützung. Aktuell wird ein zweiter Stützpunkt (Café-Plattform, Aachen) für das Projekt errichtet, damit auch in anderen Stadtregionen diese Aktionen stattfinden können. Da dieses Projekt bereits große finanzielle Unterstützung für die Errichtung erhält, hat aixigo sich für eine Spende direkt an das Projekt „Querbeet“ entschieden.

Lesen Sie mehr über Querbeet:
http://www.suchthilfe-aachen.de/troddwar/projekte/querbeet/
https://www.facebook.com/troddwar
https://www.instagram.com/troddwar/

 


 

Perspektiven für Menschen in Wohnungslosigkeit – das Wohnhotel Aachen.

Manchen Menschen mit einer psychischen Erkrankung fällt es nicht leicht, ihren Lebensalltag wie vor der Erkrankung fortzuführen. Manche „fallen in ein Loch“, was ihnen die einfachsten Dinge, beispielsweise die Haushaltsführung, erschwert oder mitunter auch gar nicht mehr möglich macht. Bei fehlender Unterstützung kann dies in Einzelfällen sogar dazu führen, dass Betroffene ihr Zuhause verlieren.

Ein Hilfsangebot für psychisch kranke Menschen ohne festen Wohnsitz in Aachen ist das Wohnhotel. Es gehört zu dem System der städtischen Übergangseinrichtungen der Stadt und macht Betroffenen ein Integrationsangebot. Betrieben wird das Wohnhotel in Zusammenarbeit mit der Alexianer Aachen GmbH.

Die 17 Bewohnerinnen und Bewohner erhalten im Wohnhotel professionelle Unterstützung durch Fachkräfte der Alexianer, um für ihr Leben eine neue Perspektive jenseits der Wohnungslosigkeit zu entwickeln. Während des Aufenthaltes erarbeiten die Mitarbeitenden mit den Bewohnerinnen und Bewohnern eine Einschätzung, welche weiterführenden Hilfen erforderlich sind und vermitteln diese.

Die psychiatrische ärztliche Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner steht über das Alexianer Krankenhaus Aachen auf kurzem Wege zur Verfügung. Es gibt auch ein hauswirtschaftliches Angebot, etwa durch gemeinsames Backen und Kochen, und Freizeitaktivitäten wie gemeinsame Ausflüge.

„Ziel des Angebotes ist es, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Zukunftsperspektiven jenseits der Obdachlosigkeit zu entwickeln und Wohnen wieder als Normalität erfahrbar zu machen. Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern erschließt das Team die bestehenden Problemfelder. Angestrebt wird die Wiedererlangung der Wohnfähigkeit und hauswirtschaftlicher Fähigkeiten ebenso wie die Wiederherstellung und Stabilisierung sozialer Kompetenzen“, beschreibt die Alexianer Aachen GmbH das Konzept des Wohnhotels.

Für aixigo war klar, dass wir mit einer Spende 2018 die Arbeiten des Wohnhotels unterstützen, um den Bewohnern eine Freude zu bereiten und neue Möglichkeiten geben zu können. Von dem Spendengeld wurde beispielsweise ein Restaurantbesuch für interessierte Bewohner organisiert und auch ein Fernseher für den Gemeinschaftsraum der Einrichtung gekauft.

Lesen Sie mehr über das Wohnhotel Aachen, seine Ziele und Möglichkeiten:
https://www.alexianer-aachen.de/leistungen/besondere-angebote/wohnhotel/?L=0 

Vorherige News Zur Übersicht Nächste News